M-PATHIE – Zu Gast heute: Owe Schattauer – Russland-Friedensfahrer

Owe Schattauer, Musiker, Bauunternehmer und Friedensaktivist, reiste in den letzten Jahren sechs Mal nach Russland. Drei Mal davon war er […]

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M-PATHIE – Zu Gast heute: Owe Schattauer – Russland-Friedensfahrer (Podcast)

Owe Schattauer, Musiker, Bauunternehmer und Friedensaktivist, reiste in den letzten Jahren sechs Mal nach Russland. Drei Mal davon war er […]

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Die Integration der Bundeswehr

Der "selektive Schuss"

Seit wenigen Tagen kann auf den Kanälen der Bundeswehr bei Youtube und Facebook ein Werbevideo abgerufen werden, das "spezialisierte Kräfte des Heeres mit erweiterter Grundbefähigung" ("EGB-Kräfte") beim "Häuser- und Ortskampf" mit scharfer Munition zeigt. Zu sehen sind vermummte Soldaten, die auf dem rheinland-pfälzischen Truppenübungsplatz Baumholder ein Gebäude angreifen, in dem sich laut Szenario offenbar Araber aufhalten. Diese werden durch Zielscheiben dargestellt, auf denen Personen abgebildet sind, die das traditionelle Kopftuch der arabischen Welt, die Kufiya, tragen. Während die zur deutschen Fallschirmjägertruppe zählenden Angreifer das Holzhaus mit ihren schweren automatischen Waffen förmlich durchlöchern, üben sich in der Umgebung platzierte Scharfschützen im "selektiven Schuss" auf menschliche Ziele. Die "eindeutige Identifizierung einer Bedrohung" werde den Schützen "während ihres Ausbildungstrainings im Bereich urbane Angriffstaktiken regelrecht eingetrichtert", heißt es dazu im Begleittext.[1]

Professionalität beim Töten

Das Video dient offenkundig der Rekrutierung Heranwachsender für den Dienst in den auf gezielte Tötungen spezialisierten Sonderkommandos der Bundeswehr - erinnert es doch über weite Strecken an einen martialischen Actionthriller oder ein entsprechendes Computerspiel. Ergänzend werden die "EGB-Kräfte" in den zugehörigen Manöverberichten als "Elitesoldaten" bezeichnet [2], die an die "Grenze des Machbaren" gingen [3] und einer "strikten Bestenauswahl" unterworfen seien [4]. An einer Karriere bei der Spezialeinheit Interessierte erhalten folgenden Rat: "Sie müssen den Willen mitbringen. Sie müssen das Ganze wollen. Sie müssen die Herausforderung wollen und Sie müssen Spaß daran haben. Es ist wie in jedem zivilen Beruf. Sie müssen es wollen und freiwillig machen. Das ist der wichtigste Faktor."[5] Zumindest die von Youtube-Nutzern hinterlassenen Kommentare zum Video erwecken den Eindruck, dass diese Werbebotschaft bei den jugendlichen Zielgruppen sehr gut ankommt. Vielfach wird hier der Bundeswehr "Respekt" für ihre "Professionalität" gezollt; einer der Schreiber erklärt sogar, er werde in Kürze ein "Praktikum" bei den "EGB-Kräften" absolvieren.[6]

"Bundeswehr und Gesellschaft"

Parallel zu ihren Rekrutierungsmaßnahmen bemüht sich die politisch-militärische Führung, die soziale "Integration" der deutschen Streitkräfte weiter voranzutreiben. So hat das Bundesverteidigungsministerium in Kooperation mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund erst unlängst erneut den mit 2.500 Euro dotierten Preis "Bundeswehr und Gesellschaft" vergeben.[7] Die Auszeichnung ist für Einzelpersonen und Organisationen bestimmt, die in besonderem Maße "zur Truppe stehen", wie Ressortchefin Ursula von der Leyen (CDU) im Rahmen der Verleihungsfeierlichkeiten in Berlin ausführte.[8] Geehrt wurde unter anderem der Fußballbundesligist Borussia Dortmund (BVB); der Verein hatte hunderte Freikarten für Bundeswehrangehörige zur Verfügung gestellt und Kinder aus Soldatenfamilien eingeladen, mit den Spielern ins Stadion einzulaufen. BVB-Präsident Reinhard Rauball stellte sich bei der Festgala seinerseits vollständig hinter die von der Bundesregierung vorgegebene propagandistische Linie, die sich zuvörderst darin ausdrückt, Kriegsoperationen der deutschen Streitkräfte als humanitäre Wohltaten auszugeben: "Wir wissen genau, was die Bundeswehr tut: Ob in Asien, im vorderen Orient oder im Mittelmeer, die Bundeswehr steht stellvertretend für die deutsche Gesellschaft dort. Und wer sich für Frieden, Freiheit und Menschlichkeit einsetzt, wird von Borussia Dortmund immer unterstützt werden."[9]

Bundeswehrnahe Kommune

In der Kategorie "Gebietskörperschaften" ging der Preis an die nordrhein-westfälische Stadt Paderborn - für eine bereits 2011 geschlossene "Patenschaft" mit dem im nahe gelegenen Augustdorf stationierten Panzerbataillon 203. Wie die Lokalpresse berichtete, zeigt sich die Kommune auch darüber hinaus immer wieder sehr "Bundeswehr-nah".[10] So wurden etwa 2012 und 2014 insgesamt rund tausend Soldaten in der Paderborner Innenstadt öffentlich vereidigt. Die nun erfolgte Ehrung dürfte nicht zuletzt auf das Votum des Vorsitzenden der für die Auswahl der Preisträger zuständigen Jury zurückzuführen sein: Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, ist ein ausgewiesener Militärpropagandist. Erst im April dieses Jahres wandte er sich scharf gegen den Beschluss der Berliner SPD, den deutschen Streitkräften die Personalwerbung an Schulen zu untersagen. Die Vermittlung der Auffassung, dass Soldaten "in die Mitte der Gesellschaft" gehören, sei integraler Bestandteil des "staatlichen Bildungsauftrags", erklärte Landsberg zur Begründung.[11]

Revolverjournalismus

Die Auszeichnung in der Kategorie "Kultur" ging dieses Jahr an die Zeitungen "Bild" und "Bild am Sonntag", was insbesondere bei der Soldatengewerkschaft "Deutscher Bundeswehrverband" auf ungeteilte Zustimmung stieß. Hier wurde insbesondere die "stete Bereitschaft" der Boulevardblätter gelobt, "immer wieder die Besonderheiten des Soldatenberufs sowie die Lebenswirklichkeit im In- und Ausland aufzuzeigen" - "von der jährlichen Aktion 'Weihnachtsgrüße aus den Einsatzländern' ganz zu schweigen".[12] Der Vorsitzende der Chefredaktion von "Bild", Julian Reichelt, der den Preis stellvertretend für seine Mitarbeiter entgegennahm, erklärte seinerseits, die Angehörigen der deutschen Streitkräfte verdienten "nicht nur Respekt, sondern auch kontinuierliche Berichterstattung" - riskierten sie doch "ihr Leben für Werte, für die wir gemeinsam eintreten".[13] Dabei geht ihm das Engagement der Bundeswehr offenbar jedoch nicht weit genug: Vor nicht allzu langer Zeit forderte er in einer populären Fernsehsendung einen Militärschlag gegen Syrien. Selbst ansonsten keineswegs pazifistische Medien bezeichneten ihn daraufhin als "Kriegspropagandisten", dessen "Diktion von der Methode eines Revolver-Journalismus geprägt" sei, "der Emotionen hochpeitscht und in erster Linie nach Feinden sucht".[14]

Kein Problem

Die Bundesregierung hingegen hat mit Reichelts Äußerungen offenkundig kein Problem - ebenso wenig wie damit, Jugendlichen das "selektive" Töten schmackhaft zu machen.

 

[1] Video: Wahrnehmen, Erkennen, Auffassen - "Auf Stube on Tour" bei den EGB-Kräften. bundeswehr.de 07.05.2019.

[2] #55 Auf Stube on Tour: Schusssicher - Elitesoldaten üben Häuserkampf - Bundeswehr. youtube.com 07.05.2019.

[3] Präzise und sekundenschnell: Spezialisierte Fallschirmjäger im Häuserkampf. deutschesheer.de 12.04.2019.

[4], [5] Härtetest für EGB-Soldaten: Bericht und Bilder. bundeswehr.de 27.10.2015.

[6] youtube.com/watch?v=qsJzrJ9Z3As

[7] Siehe hierzu auch Krieg um Talente.

[8], [9] Preis "Bundeswehr und Gesellschaft" an KTMS verliehen: Ehre und Ansporn für künftiges Engagement zugleich. molinari-stiftung.de 10.04.2019.

[10] Stadt Paderborn erhält Bundeswehr-Preis. nw.de 04.04.2019.

[11] Städte- und Gemeindebund gegen Schulverbot für die Bundeswehr. faz.net 04.04.2019.

[12], [13] "Das kostbare Band zwischen Bundeswehr und Gesellschaft festigen". dbwv.de 08.04.2019.

[14] Frank Lübberding: Kriegspropaganda - einmal nicht aus Moskau. faz.net 11.04.2017.

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